Reden beim Ostermarsch 2018 in Hannover

31.03.2018 Ostermarsch 2018 Hannover
alle Reden


Ägidienkirche: Gisela Fähndrich ist ehemalige Superintendentin und sprach als Vertreterin des Antikriegshauses Sievershausen


Ägidienkirche: Steffen Marklein: Vertreter des Arbeitskreises "Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung der evangelischen Kirchen in Niedersachsen"


Steintor: Birte Vogel ICAN ( International Campaign to Abolish Nuclear Weapons) - leider fehlt die erste Minute


Steintor: Ralf Buchterkirchen ist Bundessprecher_in der DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen) Redemanuskript


Steintor: Hanni Gramann Attac


Steintor: Ayfer Karaman vom Frauenrat Ronahi

Aufruf Ostermarsch 2018

31.03.2018:  10.30 Kröpcke - 11.00 Mahnmal Ägidienkirche - 12.00 Steintor

Gemeinsam – Krieg ächten – Frieden gestalten

Eine Welt ohne Kriege ist möglich!
Die Anzahl kriegerischer Auseinandersetzungen steigt. Neue Konflikte drohen, bzw. eskalieren - sei es in Nordkorea, in Israel, im Jemen, in Syrien, Ukraine, Afghanistan... Kriege und militärische Interventionen scheinen die vorherrschende Lösung für Konflikte zu sein.
Kriege werden geführt um Macht, Boden, Rohstoffe, Geld – Einfluss. Sie sind auch Folgen des globalen Verteilungskampfes. Krieg ist ein Mittel, die Dominanz des globalen Nordens über den Süden aufrecht zu erhalten und zu verfestigen. Krieg zerstört Infrastruktur, reißt Familien auseinander, schafft Armut, tötet Menschen. Dieser Logik widersetzen wir uns. Krieg löst keine Konflikte. Nur zivile Konfliktlösungen sind wirkliche Lösungen!

Ursachenbeseitigung löst Probleme – Kriege verschärfen sie!
Wir fordern:

  • die Stärkung ziviler Konfliktprävention
  • keine Werbung fürs Militär - Bundeswehr raus Schulen – keine Rekrutierung von Minderjährigen
  • Atomwaffen abschaffen - Beitritt der Bundesrepublik zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag.
  • Konsequentes Verbot von Waffenexporten – auch nicht auf Umwegen
  • Stopp aller Auslandseinsätze der Bundeswehr – kein Bundeswehreinsatz im Innern
  • Grenzen öffnen für Menschen, Grenzen schließen für Waffen! Schaffung sicherer Fluchtkorridore nach Europa
  • Stoppt die Ausbeutung des globalen Südens
  • Keine faktische Verdoppelung des Militärhaushalts auf 2% des BIP, das entspräche ca. 70 Mrd.€ jährlich
  • Keine Militarisierung der EU – Europa entmilitarisieren!
  • Die Abschaffung aller Armeen und der damit verbundenen militärischen Infrastruktur!

Lokal heißt das beispielsweise die Schließung des Militärstandortes Wunstorf. Mit Protest- und Aufklärungsaktionen müssen Militärstandorte wie dieser delegitimiert und ihnen die Unterstützung in der Region genommen werden. Ziel ist die Schließung von Standorten für kriegerische Einsätze.
25 km von Hannover entfernt ist der Fliegerhorst Wunstorf, der seit 1962 das Lufttransportgeschwader 62 beherbergt. Der Fliegerhorst ist das zentrale Drehkreuz der Bundeswehr für Lufttransporte für weltweite Militäreinsätze, dafür wurde er zur Heimat des A400M. Der Mali-Einsatz wurde bereits von hier gestartet. Die Landebahn wurde verlängert und hochmoderne Simulationsanlagen wurden gebaut. Die Gesamtkosten: mindestens eine halbe Milliarde Euro.
Wir fordern die Schließung des Fliegerhorstes Wunstorf!

Angst und politische Unsicherheit rücken in vielen Staaten die Welt weiter nach rechts!
Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen in unserer Gesellschaft nicht sozial und ökonomisch abgehängt werden, dass der gesellschaftliche Reichtum von oben nach unten verteilt wird. Wir setzen uns aber auch dafür ein, dass Ängste nicht geschürt werden – dass mit ständigen Sicherheitshinweisen die Mauern um die Herzen, die Häuser, die öffentlichen Räume und die Grenzen nicht erhöht werden.
Die Welt scheint unübersichtlicher geworden – versuchen wir gemeinsam sie zu verstehen und solidarisch zu verändern.

Erfolge sind möglich! Angesichts der vielen kriegerischen Auseinandersetzungen, die uns manchmal am Erfolg unserer Friedensarbeit zweifeln lassen, fühlen wir uns ermutigt durch den von über 120 Staaten unterzeichneten UN-Atomwaffenverbotsvertrag und die Verleihung des Friedensnobelpreises an ICAN.

Nehmen wir dies als Anlass, Druck auf unsere Regierung auszuüben, den Verbotsvertrag zu unterzeichnen und Friedens- und nicht Kriegspolitik zu betreiben!

 

 

 

Ostermarsch 2017

Ostersamstag, 15. April 2017

11:00 Uhr in der Aegidienkirche: Gedenken

danach Start der Demo durch die Innenstadt

Kundgebung am Steintor ab 12:00 Uhr

Wir wollen es anders:
Investieren in Frieden und Gerechtigkeit – nicht in Waffen und Kriege

Kriege und Konflikte weltweit!
Armut und Kriege sind die Folgen des globalen Verteilungskampfes. Deutschland und die westlichen Industrienationen sind daran maßgeblich beteiligt. Die Bundesregierung strebt nicht erst seit dem im Juli verabschiedeten Weißbuch 2016 eine führende militärische Rolle überall in der Welt an.
Dies dient nicht dem Frieden in der Welt. Spannungen werden verschärft. Die Gewalt weltweit – auch bei uns – nimmt zu. Deutschland muss auf jegliches militärisches Engagement verzichten und sollte stattdessen eine Vorreiterrolle in ziviler Konfliktbearbeitung übernehmen und die realen Kriegs- und Fluchtursachen bekämpfen helfen. Statt die Militärausgaben entsprechend den NATO-Forderungen fast zu verdoppeln und ein EU-Militärbündnis zu schmieden, sind finanzielle Mittel dringend für zivile und soziale Projekte – auch für den inneren Frieden – erforderlich. Die militärische Ausrüstung der NATO ist aber nicht nur ein finanzielles Problem, sondern sie verschärft bereits vorhandene Spannungen und schafft weitere Kriegsgefahren.

Die NATO zeigt ihren aggressiven Charakter immer deutlicher. Durch provozierende Manöver an der EU-Grenze zu Russland und die Präsenz der NATO in vielen Regionen der Welt unter Einbeziehung der Drohung, auch Atomwaffen als erste einzusetzen, werden neue Kriegsgefahren geschaffen.

Derzeit liegt der UNO-Generalversammlung eine verabschiedete Resolution vor, in der Verhandlungen über ein Verbot von Atomwaffen weltweit noch 2017 gefordert werden. 123 Staaten, und damit eine große Mehrheit der Vereinten Nationen, votierten dafür. 38 Staaten angeführt von Russland, den USA und den meisten NATO-Staaten und auch Deutschland stimmten dagegen, 16 Staaten enthielten sich der Stimme. Endlich haben es die atomwaffenfreien Staaten gewagt, die Atomwaffenstaaten und ihre Alliierten in Fragen bzgl. der Atomwaffen zu überstimmen. Aber: Indem die Bundesregierung gegen ein Atomwaffenverbot stimmt, stellt sie sich gegen die Einsicht und das Wissen über das Vernichtungspotential der Atomwaffen und die Bedrohung der Existenz jeglichen Lebens auf der Erde.

Wir fordern daher:

  • Abschaffung aller Atomwaffen und sofortigen Abzug der Atomwaffen aus Büchel
  • Stopp aller Auslandseinsätze der Bundeswehr – kein Bundeswehreinsatz im Inneren
  • Schluss mit dem Export deutscher Waffen und Einsatz militärisch nutzbarer Drohnen
  • Abschaffung der NATO und die Unterstützung aller Schritte auf dem Weg dorthin
  • Aufbauhilfen für durch Krieg und Gewalt zerstörte Städte und Staaten
  • Grenzen öffnen für Menschen, Grenzen schließen für Waffen! Schaffung sicherer Fluchtkorridore nach Europa
  • Keine Werbung fürs Militär an und mit Minderjährigen – Bundeswehr raus aus den Schulen
  • Stopp aller Kriegshandlungen in Syrien
  • Start von Verhandlungen zum Rückzug aller militärischen und paramilitärischen Einheiten
  • Für das Selbstbestimmungsrecht der syrischen Zivilbevölkerung

 

Gegen Ausbeutung und Unterdrückung für eine gerechte Teilhabe am

Reichtum der Welt für alle Länder

Die  Ausbeutung von Mensch und Natur führt im globalen Süden zu wachsender Not, Hunger und Verzweiflung – und damit zu Gewalt und Kriegen. Eine der zentralen Voraussetzungen für Frieden, Gerechtigkeit und ein menschenwürdiges Leben ist ein Welthandel, der allen nutzt, statt dem Profit einer kleinen Elite zu dienen.

Durch ungerechte Wirtschaftsverträge, z.B. zwischen der EU und afrikanischen Ländern, profitieren einseitig die reichen Industrienationen, ohne dass gleichzeitig die Entwicklung der afrikanischen Partnerländer angemessen gefördert wird. Die Entwicklungsunterschiede vergrößern sich und die Verarmung nimmt zu. Die Ausbeutung der Ressourcen durch ausländische Kapitalgesellschaften, einschließlich der illegitimen Aneignung von Landflächen, entzieht der einheimischen Bevölkerung ihre Existenzgrundlage und weitere Abhängigkeiten werden erzeugt. Konkurrenz durch subventionierte Agrarprodukte und Exporte schädigen die einheimischen Wirtschaftsstrukturen. Menschen werden so zur Flucht gezwungen.

Wir fordern daher:

  • Eine weitgehend lokal organisierte Wirtschaft mit Zugang zu sauberem Trinkwasser
  • Für eine gravierende Beschneidung der Rechte global agierender Konzerne, um Ressourcenklau ebenso wie Zerstörung heimischer Märkte zu unterbinden
  • Zugang zu Bildung in allen Ländern für alle Menschen
  • Für eine nachhaltige Unterstützung für hungernde und an Mangelernährung leidende Menschen, vor allem auch in Flüchtlingslagern

Für eine gerechte und solidarische Gesellschaft bei uns

Viele Produkte, die bei uns (z.T. sehr billig) angeboten werden, sind unter unmenschlichen Bedingungen in Billiglohnländern hergestellt worden (z.B. durch Kinderarbeit). Wenn wir dies nicht wollen und eine gute Bezahlung für gute Produkte wünschen, dann setzt dies gute Löhne und eine umfassende soziale Absicherung voraus. Überall, aber eben auch bei uns, müssen ALLE Menschen in der Lage sein, angemessen zu leben und abgesichert zu sein. Ein gerechtes Steuersystem und der Verzicht auf Militärausgaben schaffen die notwendigen Voraussetzungen. Erwerbs-und Familienarbeit und kulturell-politische Arbeit muss im Erwachsenenleben gut miteinander verknüpfbar sein. Sinnerfüllte Arbeit mit der Chance auf ein sinnerfülltes Leben könnte politischer Abstinenz und der Empfänglichkeit für rechte Parolen entgegenwirken und Kraft und Zeit für gesellschaftliches Engagement freisetzen.

 Wir fordern daher:

  • Löhne müssen für ein gutes Leben reichen
  • gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit ist nötig, kein schlechteres Lohnniveau für „typische Frauenberufe“
  • Erwerbs- und Familienarbeit müssen vereinbar sein.
  • flächendeckende und bezahlbare Krankenversorgung für alle
  • soziale Absicherung für kranke Menschen, Menschen in Not, Menschen, die vor Gewalt fliehen oder denen Altersarmut droht
  • gleiche Bildungschancen für alle.
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